Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Füchtel
  Wir in Füchtel
 
1. - Selbstverständnis der DPSG Füchtel

1.1 - Einordnung in die DPSG

Als ein Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg ist die DPSG Füchtel in die DPSG eingegliedert. Die DPSG Füchtel gehört zum Bezirk Oldenburg und zur Diözese Münster.
Die DPSG besteht aus 25 Diözesen, 137 Bezirken und rund 1400 Stämmen.
Es gibt insgesamt 35 Stämme in Niedersachsen, davon 16 Stämme im Bezirk Oldenburg und zwei Stämme in der Stadt Vechta.


1.2 - Arbeit der DPSG Füchtel

Die Arbeit der DPSG Füchtel beinhaltet, wie bei der Aufgabe der DPSG, die Erziehung Jugendlicher zu selbstständigen Erwachsenden. Die politische Zielrichtung der DPSG Füchtel gleicht der DPSG. Füchtel entfaltet, wie die DPSG es vorgibt, zu einem das Interesse, als auch die kritische Auseinandersetzung mit der Politik.
Aber die Arbeit der DPSG Füchtel ist nicht die Aufgabe in der deutschen Gesellschaft.
Die Arbeit bezieht sich auf das praktische Handeln in Vechta. Füchtel interpretiert das Pfadfindertum mit Arbeit.
„Der Ausdruck Pfadfindertum beinhaltet die Arbeit und Eigenschaften von Bewohnern des Waldes, Entdeckern, Jägern, Seeleuten, Fliegern, Pionieren und Grenzgängern.“ (Baden-Powell, Robert)
Das praktische Handeln in Vechta bezieht sich auf verschiedene Aktionen des Stamms Füchtel. Jedes Jahr veranstaltet der Stamm ein Kaffee und Kuchen Zelt auf dem vechtaer Thomasmarkt, baut einen Wagen zum Stoppelmarktsumzug, hilft bei verschiedenen Aktionen am Kolleg St. Thomas, organisiert Pfadfinderlager und Volleyballturniere, holt das Friedenslicht nach Vechta und sammelt Altpapier. Diese Aktionen werden mit Hilfe der Pfadfinder und dessen Leiter durchgeführt. Den Zweck der vielen Aktionen sieht der 1. Vorsitzende des Stamms Füchtel Sebastian Schulte zu einem um die Pfadfinder zur sozialen und gemeinschaftlichen Arbeit anzuregen, aber auch um Werbung für den Stamm zu machen. Ein Nebeneffekt ist in einzelnen Fällen auch ein wirtschaftlicher Lohn, auf den der Stamm angewiesen ist.
Viel Zeit investiert der Stamm zudem in der Endstandhaltung ihres Pfadfinderheims, welches zunächst von Pater Thaddäus als Zeichensaal genutzt wurde.  


2. - Erziehung

2.1 - Kennzeichen pfadfinderischer Erziehung im Stamm Füchtel

Die Erziehung hat im Stamm Füchtel nicht die höchste Priorität wie bei der DPSG. Füchtel richtet sich zunächst nach der Grundstruktur des Pfadfinderseins, wie zum Beispiel Lagerfahrten, Kluften oder pfadfinderische Grundprinzipien. Zudem spielen die Wünsche der Mitglieder eine große Rolle. So wird eine Truppstunde, bei der DPSG Füchtel, von dem Willen der Mitglieder stark beeinflusst. Bei den jüngeren Mitgliedern wird zwar noch vorgegeben was in einer solchen Truppstunde gemacht wird, aber im zunehmenden Alter entscheiden diese selbst, wobei dies nicht den pfadfinderischen Rahmen überschreiten darf.
Es gibt aber auch erzieherische Ziele bei der DPSG Füchtel. Wie Robert Baden-Powell es vorgibt, hat Füchtel es zum Ziel den Mitgliedern Eigenständigkeit beizubringen. Außerdem hat Füchtel es sich zur Aufgabe gemacht, die Jugendlichen von dem starken Medienkonsum wegzubringen. Wie in der Einleitung schon erwähnt, verweichlicht der starke Medienkonsum die Jugendliche, da diese zum Beispiel verlernen, sich in der freien Natur zurechtzufinden.   
Hierbei ist die Rolle des Leiters wichtig. Der 1. Vorsitzende Sebastian Schulte sieht den Leiter als Vorbild und Ansprechpartner für die Jugendlichen. Jener soll den Jugendlichen ein Freund sein, aber dennoch seine Autorität bewahren.
Die Rolle der Gruppe ist ebenso wichtig, wie die des Leiters. In einer Gruppe können Jugendliche erfahren, was es bedeutet, Teil eines Ganzen zu sein. So vermittelt Füchtel die Werte der eigenständigen Arbeit. Sei es auf dem Thomasmarkt oder im Pfadfinderlager, wo jedes Engagement der Mitglieder benötigt wird.
Ein weiterer Unterschied zur erziehungsweise zwischen der DPSG Füchtel und der DPSG ist die Mentalität. Die DPSG ist allein von den Vorstellungen Robert Baden-Powells beeinflusst.
Füchtel hingegen bezieht seine Mentalität aus dem Kolleg St. Thomas, aufgrund der hohen Mitgliederzahl vom KST, sowie aus dem jugendlichen Sinn, da nur bis zu 20-jährige im Stamm Füchtel aktiv sind. Diese füchtler Mentalität zeigt sich durch einen Tatendrang, aber auch durch ein rebellisches Auftreten. So präsentiert sich der Stamm Füchtel als den aktiven Pfadfinderstamm der DPSG in Vechta. Diese Mentalität wird von den Leitern an die Mitglieder weitergegeben.
„Ein Pfadfinder vom Stamm Füchtel sollte ein eigenständiger, rücksichtsvoller Mensch sein, der die Mitmenschen und die Natur respektiert.“ (Schulte, Sebastian)


3. Robert Baden-Powell

3.1. Begründer der Pfadfinderbewegung

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell wurde am 18.02.1857 in London geboren. Seine Eltern waren der Theologieprofessor Baron Baden-Powell und dessen dritte Frau Henrietta Grace Smyth. Im Jahr 1860 verstarb sein Vater, worauf er von seinem Großvater Smyth, einem ehemaligen, britischen Admiral, erzogen wurde.

Baden-Powell machte in seiner Kindheit viele Erfahrungen in der freien Natur. Jene Erfahrungen nutze er am Charterhouse College um seine Mitschüler zu beeindrucken. Sein Verhalten war sehr rebellisch, was sich in seinen schlechten Noten widerspiegelte. 1876 erwarb er dennoch seinen Abschluss, woraufhin er sich bei der renommiertesten Militärakademie Englands einschrieb. Dort wendete sich das Verhalten von Baden-Powell. Er wurde von 717 Bewerbern der zweitbeste bei den Kavallerieanwärtern und der viertbeste bei den Infanterieanwärtern. Als Unterleutnant wurde Baden-Powell, von seinen Kameraden BiPi genannt, nach Indien versetzt, dem Land seiner Träume.
In Indien machte Baden-Powell weitere Erfahrungen in der freien Natur.
Am 14.07.1899 wurde er nach Südafrika versetzt, wo er für die Ausbildung von Kundschafterteams verantwortlich war. Baden-Powell bildete nach seinem Konzept als Waldläufer die Kundschafterteams (Pfadfinder) aus. Am 11.10.1899 kam es zum Kriegsausbruch. Die Stadt Mafeking, wo Baden-Powell stationiert war, wurde belagert. Mit Hilfe von jugendlichen Boten, welchen er zuvor predigte selbstverantwortlich zu Handeln,  gelang es ihm das Expeditionsheer zu informieren. 217 Tagen hat der Krieg gedauert, bis schließlich das britische Expeditionsheer die Stadt Mafeking befreien konnte. Baden-Powell überlebte unversehrt.
In den Jahren 1902-1903 wurde Baden-Powell dazu berufen, die Organisation der südafrikanischen Polizei nach seinem Konzept auszubilden.

1907 trat Baden-Powell in eine Halbpensionierung, da der König Edward VII nicht auf seine Dienste verzichten wollte. Die Halbpensionierung gab ihm freie Zeit, welche er für das erste Pfadfinderlager nutzte. Er ruderte am 01.08.1907 mit einigen Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten nach Brownsea Island. Um die gesellschaftlichen Unterschiede zu vermeiden, führte er die Kluft, uniforme Pfadfinderhemden, ein.
Das Pfadfinderlager dauerte neun Tage, in denen Baden-Powell sein pfadfinderisches Konzept an die Jungen vermittelte.
Daraufhin schrieb Baden-Powell sein bekanntes Pfadfinderbuch „Scouting for Boys“.
Der Patron der Pfadfinderbewegung, König Edward VIII, dankte am Tag der Pensionierung Baden-Powells mit den Worten: „Die Organisation der Pfadfinderbewegung ist der größte Dienst, den Sie unserem Land leisten können.“ (König Edward VIII)
Seine 32 Jahre jüngere Frau, Olave St. Clair Soames, übernahm im Jahr 1918 die Pfadfinderinnenbewegung, wodurch dann auch Mädchen Pfadfinder werden konnten.
Ein Jahr später spendeten W.F. de Bois MacLaren den Gilwell-Park. Welcher schließlich den Namen Baden-Powells in Lord Robert Baden.Powell of Gilwell änderte.
Im Jahr 1938 beschloss der Lord of Gilwell nach Nyeri in Afrika zu ziehen, wo er drei Jahre später, am 08.01.1941, verstarb. Er wurde mit drei Fahnen begraben. Jene waren die Fahne Großbritanniens, die der Pfadfinder mit dem Liliensymbol und die der Pfadfinderinnen mit dem Kleeblattsymbol. Sein Grabstein ist unter anderem mit seinem Titel „Chief Scout of World“ versehen. „Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen.“ Einschrift auf dem Grabstein Robert Baden-Powells.“ (Baden-Powell, Robert)



2009, Sam Schaffhausen



 
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